Auslegungshinweise:

Zum Anschluß an öffentliche Trinkwasserleitungen sind die Regeln der DIN 1988 zu beachten, ggf. werden sie durch die Vorschriften der örtlichen Wasserversorgungsunternehmen ergänzt. Die Anschlußart wird gemäß DIN 1988 vom Planer in Abstimmung mit dem zuständigen WVU festgelegt. Damit wird erreicht daß

  • die Versorgung benachbarter Verbraucher infolge zu hohen Druckabfalles nicht unzumutbar gestört wird
  • unzulässige Druckstöße in der Anschlußleitung sowie in den Leitungen der zentralen Wasserversorgung vermieden werden.

Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der Anschlußart sind:

Unmittelbarer Anschluß

ohne Druckbehälter auf der Vordruckseite:

Der vor der Druckerhöhungsanlage vorhandene Vordruck kann genutzt werden (geringer Energieverbrauch), sofern die Vordruckschwankungen (Differenz zwischen Mindest-Versorgungsdruck und maximalem Versorgungsdruck eines Gebäudes) nicht zu groß wird (ansonsten ist ein Druckminderer auf der Vordruckseite vorzusehen).

mit Druckbehälter auf der Vordruckseite:

Bei Anschlußleitungen mit geringem Querschnitt werden Druckbehälter verwendet, damit unzulässige Druckstöße vor der Druckerhöhungsanlage auch bei Stromausfall vermieden werden.

Bei gleichzeitigem Ausfall aller Pumpen darf die verursachte Fließgeschwindigkeitsänderung 0,5 m/s nicht überschreiten.

mit Druckminderer auf der Vordruckseite:

Bei großen Vordruckschwankungen kann das Ausgleichsvermögen der Druckerhöhungsanlage mit oder ohne Druckbehälter überschritten werden. In diesen Fällen können unerwünscht hohe ausgangsseitige Druckänderungen und eine erhöhte Schalthäufigkeit der Pumpen auftreten, was durch das Vorschalten eines Druckminderers oder Druckreglers vor die Druckerhöhungsanlage verhindert wird.

Aufgrund der Stabilisierung des Vordruckes auf ein geringeres Druckniveau müssen die Pumpen der Druckerhöhungsanlage einen entsprechend höheren Druck aufbauen.

In diesen Fällen wäre zu prüfen, ob der Einsatz einer stufenlos geregelten Druckerhöhungsanlage mit Drehzahlverstellung nicht vorteilhafter ist.

Mittelbarer Anschluß

mit unter atmosphärischem Druck stehendem, geschlossenem Behälter auf der Vordruckseite:

Diese Anschlußart wird unter anderem dann erforderlich, wenn

unter Berücksichtigung benachbarter Wasserentnahmen infolge der maximalen Entnahme (Spitzendurchfluß) durch die Druckerhöhungsanlage der erforderliche Mindestfließdruck an der ungünstigsten Entnahmestelle benachbarter Anlagen unterschritten wird,

die öffentliche Wasserversorgung mit einer Eigen-Wasserversorgung zusammengeführt wird oder

Kontakte mit anderen Stoffen (z.B. bei der chemischen Industrie) auftreten können.

Wenn der erforderliche Spitzendurchfluß nicht aus der Versorgungsleitung entnommen werden kann, ist das Nutzvolumen (VB) des Vorbehälters (mit Volumenausgleich) mit Hilfe des "Summenlinienverfahrens" (siehe DIN 1988, Teil 5, Kapitel 4.5.1) zu ermitteln.

Wenn der Spitzendurchfluß aus der Versorgungsleitung entnommen werden kann, ist das Nutzvolumen (VB) des Vorbehälters (ohne Volumenausgleich) näherungsweise nach folgender Formel zu berechnen:

VB = 0,03 x Q in m³/h

Da im Vorbehälter über die wasserstandsgesteuerten Armaturen der anstehende Vordruck abgebaut wird, müssen die Pumpen der Druckerhöhungsanlage im Vergleich zum unmittelbaren Anschluß einen entsprechend höheren Druck aufbauen.

Bei der Planung bzw. Berechnung von Wasserversorgungsanlagen sind weiterhin zu beachten:

Festlegen von Druckzonen gemäß Abschnitt 4.1 der DIN 1988, Teil 5

Detaillierte Ermittlung des erforderlichen Förderstromes nach DIN 1988, Teil 3.

Die Höhe des Mindest-Versorgungsdruckes (bzw. des maximalen Versorgungsdruckes) ist beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen nachzufragen.

Anschlußmöglichkeiten:

Bei der Planung einer Druckerhöhungsanlage müssen vom Planer und Betreiber die örtlichen Bestimmungen des zuständigen Wasserversorgungsunternehmens berücksichtigt werden.

Die Anlagenschaltung ermöglicht einen mittelbaren und einen unmittelbaren Anschluß an das Versorgungsnetz.

Hinweis: Die Druckerhöhungsanlagen sind spannungsfrei in das Rohrleitungssystem zu montieren. Um eine Übertragung von Körper- und Wasserschall zu vermeiden, empfehlen wir die Installation von Kompensatoren.

 

Inbetriebnahme:

Die Erstinbetriebnahme in Deutschland und Österreich durch unser Fachpersonal gegen Mehrpreis.

Dieser Mehrpreis beinhaltet An- und Abreise, Inbetriebnahme und Funktionsprüfung der elektrisch und wasserseitig ordnungsgemäß installierten Anlage und Aushändigung des Übergabeprotokolls.

In diesem Preis nicht enthalten sind bauseits entstehende Wartezeiten und Arbeiten, die durch unsachgemäße Installation bzw. nicht ordnungsgemäßen Zustand entstehen. Diese werden nach Zeit und Aufwand berechnet.

 

  • Sonderausführungen (auf Anfrage):
  • Andere Betriebsspannung
  • Andere Netzfrequenz
  • Andere Anschlußnennweiten
  • Anlagen für Industrie
  • Anlagen für Saugbetrieb

 

Beispiel zur Auslegung: nach DIN 1988

 

H ..... Förderhöhe (m) der Druckerhöhungsanlage bei Qsoll

H0 ... Förderhöhe (m) der Druckerhöhungsanlage bei Q=0 (Nullförderhöhe)

pvor .. Vordruck (bar) vor der Druckerhöhungsanlage

pE .... Einschaltdruck (bar) der Druckerhöhungsanlage (Anlagensolldruck) bei Qsoll inklusive Vordruck pvor

pA ... Ausschaltdruck (bar), Grundeinstellung: 0,3 bar unter H0

D p ... Druckdifferenz (bar)

Qsoll .. Förderstrom (m³/h, l/s) der Druckerhöhungsanlage bei pE

Kaskadensteuerung

1) Vorhandene Betriebsdaten:

Anlagenförderstrom QB = 20 m³/h

Einschaltdruck pE = 7 bar

Vordruck pvor = 1,5 bar

2) Bestimmung der Förderhöhe H:

H = (pE - pvor) . 10 m

H = (7 - 1,5) . 10 m

H = 55 m

3) Pumpenauswahl nach Anzahl und Typ: Am Leistungskennfeld die Pumpenbaureihe und -anzahl festlegen

 

 

 

Ergebnis: Pumpen der Baureihe OVA 110 mit 5 Pumpen oder

Pumpen der Baureihe OVG 60 mit 6 Pumpen

4) Pumpenförderstrom: QP = QB / N mit zugeschalteter Reservepumpe

N...Anzahl der Pumpen

QP = 20 / 5 = 4 m³/h für Serie OVA mit zugeschalteter Reservepumpe

QP = 20 / 6 = 3,3 m³/h für Serie OVG mit zugeschalteter Reservepumpe

5) Pumpenauswahl: an den Einzelkennlinien aus dem Schnittpunkt zwischen Förderhöhe H und QP die Pumpe festlegen

 

Ergebnis: Deltamat D...OVA 110-83 D / 5 Anlage mit 5 Pumpen

mit zugeschalteter Reservepumpe

oder: Deltamat D...OVG 60-130 D / 6 Anlage mit 6 Pumpen

mit zugeschalteter Reservepumpe

Wird eine Reservepumpe verlangt, muß eine Pumpe der Anlage hinzugefügt werden (bis max. 6 Pumpen je Anlage)!

 

Ergebnis: Deltamat D...OVA 110-83 D / 6 Anlage mit 6 Pumpen (1 Pumpe als Reserve)

Deltamat D...OVG 60-130 D / 6 besitzt bereits 6 Pumpen und scheidet aus

(Ausnahme: im Verbundbetrieb)

6) Kontrolle: pA = (H0 - 3) : 10 + pvor

H0 = 83 m

pA = (83 - 3) : 10 + 1,5

pA = 9,5

D p = pA - pE

D p = 9,5 - 7 = 2,5 bar £ 2,5 bar

Hinweis: Bei Auslegung nach DIN 1988 ist grundsätzlich darauf zu achten, daß die empfohlene Schaltdruckdifferenz £ 2,5 bar beträgt.

Ergebnis: Deltamat D - DLT OVA 110 - 83 D / 6 / 1,5 / V / TS *